SCL-Eissport

Die SCL-Eissport-Abteilung ist zum 31.3.2018 leider geschlossen worden, da kein Eissport ohne Halle möglich ist !

Stadtverwaltung will Politik alle drei Szenarien wohl im April vorstellen

Noch fehlen Informationen zu Vertragsdetails mit den möglichen Betreibern

Aus der HAZ Langenhagen v.27.3.18 / Von Sven Warnecke

 

Langenhagen. Es ist immer noch unklar, wie es mit der Eishalle an der Brüsseler Straße in Langenhagen weitergeht. Drei Optionen sind möglich: Abriss, Erhalt oder Verkauf der Immobilie. Die Stadtverwaltung prüft derzeit alle drei Szenarien. Eine Entscheidung hat die Langenhagener Kommunalpolitik bislang nicht gefällt. Ein Votum wurde von den politischen Vertretern mit Hinweis auf fehlende Informationen zu den Vertragsmodalitäten mit den drei möglichen neuen Betreibern verschoben.

Firma soll Kosten ermitteln

Nun hat die Stadtverwaltung im
Zuge des Prüfauftrages eine externe Firma damit beauftragt, die beim Abriss zu erwartenden Kosten angesichts möglicher Schadstoffe in der Eishalle zu ermitteln. Das teilt Stadtsprecherin Juliane Stahl auf Anfrage mit. Dabei hätten ihren Angaben zufolge Mitarbeiter am vergangenen Donnerstag nicht nur Bohrungen abseits der Eisfläche vorgenommen, sondern auch direkt in diesem Bereich. „Dabei wurde eine Kühlleitung beschädigt“ – austretendes Ammoniak löste einen mehrstündigen Großeinsatz der Langenhagener Feuerwehr aus.

Ungeachtet dessen sollen die Ergebnisse des Prüfauftrages im April vorliegen, und die Politik soll voraussichtlich Mitte April im Fachausschuss informiert werden, kündigt Stahl an. „Ob und für was die Eishalle genutzt werden kann, ist ebenfalls Bestandteil der derzeitigen Prüfungen“, heißt es von der Stadtsprecherin weiter – möglicherweise auch wegen fehlender Trainingszeiten als Sportstätte für Lan­genhagener Vereine. Mit dem Abriss der Brinker Schulsporthalle droht ein Engpass an Hallenkapazitäten. Die Option Eishalle hatte Bürgermeister Mirko Heuer als mögliche Überlegung ins Spiel gebracht.

Kapazitäten in Boelcke-Kaserne

Gleiches gilt etwa für die Sporthalle der ehemaligen Boelcke-Kaserne am Flughafen. Nach Auskunft Stahls gebe es dort an Wochenenden noch freie Kapazitäten. Aus diesem Grund hatte die Stadtverwaltung den Kontakt zwischen Sportring Langenhagen und dem Verwalter der Boelcke-Kaserne hergestellt. Anders sieht es indes bei der Sporthalle des SCL an der Leibnizstraße aus. Nach eingehender Prüfung gebe es dort keine freien Kapazitäten, teilt die Stadtsprecherin weiter mit. Die Suche geht also weiter.

Eissportler haben Angst um ihre Halle
Betroffene verfassen offenen Brief an Kommunalpolitik / Finanzausschuss diskutiert
Aus der HAZ Langenhagen v.16.1.18 / Von Sven Warnecke

Langenhagen.  In den vergangenen Monaten sind Langenhagens Rats-politiker einer Entscheidung zur Zukunft der Eishalle an der Brüsseler Straße ausgewichen. Auch wenn die Stadtverwaltung, allen voran Bürgermeister Mirko Heuer, um einen Grundsatzbeschluss über Verhandlungen mit Investoren zum Fortbestand oder eben der Schließung gebeten hatte.

Nun steht das Thema heute im zuständigen Finanzausschuss auf der Tagesordnung. Der Fachausschuss kommt um 17.45 Uhr im Ratssaal des Rathauses zusammen. Nach der vorläufigen Schließung waren gleich mehrere Interessenten bei der Stadt vorstellig geworden, die die Eishalle weiterbetreiben wollen. Gleichwohl räumt die Lan-genhagener Stadtverwaltung auch ein, dass sich die Verhandlungen über einen Weiterbetrieb der Eishalle schwierig gestalteten, da die vorliegenden Konzepte und Ideen der möglichen Betreiber nur schlecht vergleichbar wären. 

Ungeachtet einer Entscheidung kommt Langenhagen die Sportstätte teuer zu stehen. Bei einem Weiterbetrieb würde gemäß Verwaltungsvorschlag der jährliche Zuschuss 120 000 Euro betragen. Auf Pachteinnahmen könnte zudem in gewissen Fällen verzichtet werden, heißt es in der nun zu beschließenden Drucksache weiter. Zudem verpflichte sich die Stadt bei Zustimmung zum Weiterbetrieb zu Sofortinvestitionen in die Technik in Höhe von etwa 200 000 Euro. Die notwendigen Ausgaben ließen sich beliebig fortsetzen. Falls die Eishalle indes geschlossen bleibt, fallen ebenfalls Kosten an.

Politik soll schnell entscheiden

Angesichts dieser den kommunalen Haushalt belastenden Kosten hat sich bislang keine politische Mehrheit für einen Fortbetrieb der Eishalle finden können. Einige Fraktionen haben bereits den Daumen gesenkt, andere hatten in den vorangegangenen Sitzungen noch Beratungsbedarf angemahnt. Da nun aber die wichtigsten Betriebsmonate von November bis März seien, bittet die Stadtverwaltung jetzt um eine nunmehr kurzfristige Entscheidung. Zumal damit gerechnet wird, dass die Wiederaufnahme des Betriebs bis zu sechs Wochen dauern könnte. Ohne Zustimmung werde nach Angaben der Verwaltung auf die Eishalle Langenhagen GmbH ein entsprechendes Insolvenzverfahren zukommen – und dessen Ausgang sei auch für Langenhagen nicht absehbar. Zudem wäre die Halle damit für längere, unbestimmte Zeit in den Händen eines weiteren Insolvenzverwalters, heißt es aus dem Rathaus weiter. 

Unterdessen rühren sich angesichts der unsicheren Zukunft die Langenhagener Sportler erneut. Sie haben jetzt einen offenen Brief vorbereitet, der an die Adresse der Kommunalpolitik gerichtet ist. Darin machen sie auf die prekäre Situation der Eissportler aufmerksam. 

Nach Auskunft von Simon Kunst seien die Langenhagener Behindertensportler zwar froh und dankbar, dass ihnen der Betreiber des Eisstadions am Pferdeturm in Hannover eine Eiszeit zur Verfügung stelle. „Dies ist aber nur einmal in der Woche der Fall“, betont Kunst im Gespräch mit dieser Zeitung. Zudem zu so später Stunde, dass die Trainingsbeteiligung darunter leide, da manche Sportler am nächsten Tag früh zur Arbeit müssten, berichtet er. Gravierender wirke sich aber aus, dass das Stadion am Pferdeturm anders als in Langenhagen nicht barrierefrei sei. Für Kunst wohl der größte Verlust: Es fehlt nun der paralympische Stützpunkt der deutschen Nationalmannschaft. 

  Rösch Schweizer erinnert zudem daran, dass die Lady Scorpions um ein Haar ihre Bundesligalizenz verloren hätten. „Zwar können die Damen des SCL einen Großteil ihrer Heimspiele am Pferdeturm austragen“, berichtet Schweizer. Doch drei Spiele müssen nach Bremen verlegt werden. Sie moniert aber auch, dass die Trainingsbedingungen derzeit alles andere als ausreichend seien. Die Spielerinnen liefen Gefahr, bei einer weiteren Saison im fremden Stadion erneut ihre Teilnahme am Spielbetrieb der ersten Liga kostspielig mit einem Rechtsanwalt durchsetzen zu müssen. „Ein zweites Mal ist das finanziell und auch sportlich kaum zumutbar“, warnt Schweizer. 

Ein Opfer hat es zwischenzeitlich aber bereits gegeben: Die Nachwuchsarbeit des SCL in Sachen Eissport wurde eingestellt, berichtet Schweizer. Doch nicht nur das. Die geplante Herrenmannschaft, die in der Regionalliga starten sollte, wurde aufgelöst. Einige Spieler kamen bei anderen Teams unter. Doch knapp 30 blieben auf der Strecke. 

 „Neben dem offiziellen Ligabetrieb gab es bis zu dieser Saison auch eine selbst organisierte Hobbyliga, in der sich die Breiten- und Hobbysportler betätigten“, erinnert Frederic Sambale, Sprecher der Eishockey Hannover Hobby Liga (EHHL). Sie bestehe aus sechs Teams aus dem Raum Hannover und Braunschweig. „Aufgrund der aktuellen Situation mussten drei Hobbyteams aus Langenhagen den Trainings- und Spielbetrieb einstellen“, berichtet er weiter. Sambale spricht von bis zu 70 betroffenen Spielern. 

„Die Problematik in Langenhagen hat auch Auswirkungen auf die anderen Eishallen der Region“, meint Sambale. Die bereits voll ausgelasteten Eishallen in Mellendorf und Hannover konnten einige Sportler und Mannschaften mit Eiszeiten zwar versorgen. Doch genau aus diesem Grund hätten auch dort speziell die Mannschaften aus dem Hobbybereich den Kürzeren gezogen. Seinen Angaben zufolge sind von der unsicheren Zukunft der Langenhagener Eishalle „mehr Eissportler von der Situation betroffen sind als bisher bekannt ist“. Und für sie gäbe es aktuell keine Alternative.

Sportler bangen um Zukunft der Eishalle

Entscheidung wird wohl erst im November fallen / Lady Scorpions orientieren sich nach Hannover

Aus der HAZ Langenhagen vom 12.10.17/ Von Sven Warnecke
Die Zukunft der Eishalle an der Brüsseler Straße ist nach wie vor ungewiss: Abriss oder Weiterbetrieb stehen als Optionen im Raum. Doch noch müssen die Kommunalpolitiker darüber beraten. Eine Entscheidung dürfte nicht vor Mitte November zu erwarten sein. Für viele Eissportler ist das zu spät.

Auch der flammende Appell des Langenhagener Eishockeyspielers Jan Kammeyer in der vorigen Ratssitzung wird eine Entscheidung zur Zukunft der Eishalle nicht beflügeln können. Seinen Angaben zufolge seien unter den jährlich etwa 60 000 Besuchern viele Kinder und Jugendliche, die die Halle im Schul- oder Vereinssport nutzten. Gleichzeitig erinnerte Kammeyer aber auch daran, dass die Eishalle die einzige weit und breit sei, die barrierefrei gebaut wurde und deshalb nicht von ungefähr Stützpunkt der Sledgehockey-Nationalmannschaft sei.

Viele Kinder nutzen Eishalle

„Die Stadt Langenhagen hat die Möglichkeit, eine 10 Millionen Euro teure Halle weiterzuführen“, warb Kammeyer bei den Kommunalpolitikern um Unterstützung und darum, die sanierungsbedürftige Sportstätte nicht abzureißen. Ihm wie den anderen Eissportlern wäre durchaus bewusst, dass keine Sportstätte ohne öffentlichen Zuschuss zu betreiben sei. „Das betrifft aber auch Sporthallen und Schwimmbäder“, betonte Kammeyer.

„Die Verantwortlichen sollten an die Kinder denken“, ergänzt im Gespräch mit dieser Zeitung Joachim Halfpapp, dessen beide Kinder für den SC Langenhagen auflaufen. „Ich denke, es würde Möglichkeiten geben, wenn man denn die Halle erhalten möchte“, betont er. Er spricht auch von einem „Aushängeschild für die Stadt“, mit dem geworben werden könnte. Ein Abriss indes „wäre Negativwerbung“.

Halfpapp wie auch Kammeyer fordern angesichts der am 1. Oktober bereits begonnenen Eissportsaison eine möglichst rasche Entscheidung zugunsten der Halle. Es bestehe die Gefahr, dass sich weitere Mannschaften auflösten, warnen beide unisono. „Und was hat die Stadt zu verlieren?“, fragt Halfpapp. Nun drohe auch der Verlust von Spitzensport, meint er und hat dabei etwa die Lady Scorpions im Blick. Die Bundesligamannschaft hatte sich angesichts der ungewissen Zukunft bereits anderweitig orientiert und spielt nun am Pferdeturm in Hannover.

Politik soll Stadt Auftrag geben

Doch eine Entscheidung über die Eishalle – also Weiterbetrieb oder Abriss – wird vermutlich erst im November von den Kommunalpolitikern getroffen. Zunächst soll im Finanzausschuss über das von Bürgermeister Mirko Heuer eingebrachte Eckpunktepapier beraten werden. Damit möchte die Verwaltung von der Politik einen grundsätzlichen Arbeitsauftrag haben, ob mit den bislang bekannten Interessenten in Sachen Fortbestand der Eishalle ernsthaft weiterverhandelt werden soll.

In der Drucksache 2017/384 schlägt die Verwaltung vor, dass der Rat in einem ersten Schritt die Eckpunkte für einen weiteren Hallenbetrieb wie maximaler Zuschuss, Investitionskosten, Nebenkosten oder etwa Übernahmekosten beschließt. „Um überhaupt auf eine Vergleichbarkeit zu kommen und gegebenenfalls einen mündlich avisierten vierten Interessenten auch noch in die Auswahl einbeziehen zu können“, teilt Stadtsprecherin Juliane Stahl mit. Danach könnten die Bewerber ihre Angebote aktualisieren, heißt es in der Drucksache weiter.

Doch ob es so weit kommt, ist fraglich. Denn bereits im Vorfeld hatten sich einige Politiker klar für den Abriss der Eishalle ausgesprochen. Nach der nächsten Finanzausschusstagung soll in der darauffolgenden Ratssitzung am 13. November eine Entscheidung über die Zukunft der Sportstätte getroffen werden.