SCL-Eissport

Breitensport ist der Gewinner
Zusammenschluss der Scorpions-Teams ist eine Chance für die Eishalle
Aus der HAZ Langenhagen vom 3.3.17 /
Text + Foto von Stephan Hartung
 

Langenhagen/Wedemark. Die Scorpions-Hochzeit ist perfekt. Die Hannover Scorpions aus Langenhagen und der ESC Wedemark Scorpions schließen sich zur neuen Eishockey-Saison zusammen. Heimspielstätte wird das Icehouse in Mellendorf sein. Für die Eishalle Langenhagen und den Breitensport des Stammvereins SC Langenhagen hat dies Auswirkungen.

„Wir haben auf der Gesellschafterversammlung am Mittwoch viel diskutiert, waren aber einstimmig der Meinung, dass es der richtige Weg und ein Aufbruch zu neuen Ufern ist“, sagt Kay Uplegger. Laut dem Gesellschafter könne der Breitensport damit nicht nur fortgeführt werden, sondern sich richtig gut entwickeln. „Weil die bisherige erste Herrenmannschaft nun in Mellendorf spielt und trainiert, werden in Langenhagen natürlich Eiszeiten frei.“ Die Folge: Der SCL steht kurz vor der Gründung einer Eiskunstlauf-Abteilung. „Der Wunsch danach stammt von den Kindern, die an Weihnachten bei dem Eis-Musical mitgespielt haben“, berichtet Uplegger.

Ohnehin sei der Zulauf bei Kindern und Jugendlichen, die Eissport betreiben oder einfach nur auf Schlittschuhen ihren Runden drehen wollten, enorm. Und die Talentesichtung fängt früh an. Aktuell kooperiert die Eishalle mit vier Kindergärten aus Langenhagen. Bis zu 20 Grundschulen und Kitas sollen es bis 2020 werden. „Ziel ist es, hier mal Schüler-Bundesliga zu spielen“, sagt der aktuelle Scorpions-Trainer Tomas Martinec, der sich zusammen mit Kapitän Andrej Strakhov um die Kleinen kümmert.

Die Wiedervereinigung der jeweils in Mellendorf entstandenen Scorpions-Teams bedeutet aber nicht den generellen Abschied von Eishockey in der Eishalle Langenhagen – vor allem nicht in breitensportlicher Hinsicht. Der SCL wird mit seinen Herren in der Regionalliga spielen, die Damen mit den Lady Scorpions in der Bundesliga. Und außer der Reihe wird auch Eishockey als Spitzensport an der Brüsseler Straße stattfinden. „Wir werden diesen Standort nicht vergessen, weil uns hier viele Sponsoren unterstützt haben. Mir schweben Regelmäßigkeiten vor, dass wir jedes erste Heimspiel im Monat in Langenhagen austragen und es mit einem Essen für unsere Gäste verbinden“, sagt Kay Uplegger.

Tore für die Freundin und zum Geburtstag
Eishockey: Puck-News – Wer ist für die Scorpions-Fusion? Viele Handzeichen am Stammtisch
Von Dirk Herrmann und Stephan Hartung (Nordhannoversche Zeitung v.18.11.16)

Charlie Adams hat kürzlich Besuch bekommen. Aus den USA war sein Bruder Ben angereist, vor dessen Augen der 24-Jährige im vergangenen Heimspiel für den ESC Wedemark Scorpions prompt vier Tore erzielte. Vermutlich wird jetzt darüber spekuliert, was Adams bei der heutigen Partie gegen die Moskitos Essen in Mellendorf (20 Uhr) folgen lässt – inzwischen ist nämlich auch seine Freundin Mackenzie nachgekommen.

Dass Adams zurzeit fünftbester Topscorer der Oberliga ist, findet Eric Haselbacher „ganz okay“. Klingt fast so, als hätte der ESC-Manager kaum etwas anderes erwartet. Gefreut hat er sich über die Resonanz jüngst beim Stammtisch, bei dem der ESC, der am Sonntag (18 Uhr) außerdem in Timmendorfer Strand antreten muss, und seine Fans über die geplante Fusion mit den Hannover Scorpions diskutiert haben. „Es waren rund 60 Leute da“, sagt Haselbacher, für den in puncto ein gemeinsames Scorpions-Team alles danach aussieht, als wenn es in diese Richtung geht. „Wir haben nach dem Gespräch mal abgestimmt“, berichtet er. „Ehrlich gesagt: Das war einstimmig.“

• Es wird ein Wochenende des Wiedersehens für die Hannover Scorpions. Heute (19.30 Uhr) haben sie mit den Crocodiles Hamburg auch den gebürtigen Langenhagener Tim Marek zu Gast, der bis 2014 für die Scorpions spielte und über die Wedemark sowie Rostock zu den Hanseaten gelangte. Und am Sonntag (16 Uhr) geht es bei Preußen Berlin gegen die Mannschaft des ehemaligen Scorpions-Trainers Len Soccio. Nach den Aufeinandertreffen in der Vorbereitung nun als der Kampf um Punkte.

Apropos Wiedersehen: Ihren Sportlichen Leiter Andrej Strakhov werden die Fans der Hannover Scorpions nun dauerhaft auf dem Eis sehen können. Zunächst war das eigentlich nur als Übergangslösung während der Verletzungsmisere geplant gewesen. „Es hat Andrej aber zu sehr gejuckt, er wird nun bis zum Saisonende spielen“, berichtet Scorpions-Geschäftsführer Marco Stichnoth. Vielleicht gelingt Strakhov ja jetzt sogar sein erstes Tor – was als nachträgliches Geschenk für sich selbst ziemlich gut passen würde: Er wurde gestern 38 Jahre alt.