SCL-Eissport

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Hat die Eishalle doch eine Zukunft?

Stadt legt erstmals Kostenaufstellung für baufällige Halle vor     /    Politik hat Zweifel an Weiterbetrieb

Aus der HAZ Langenhagen v.15.6.2018/ Von Rebekka Neander

 

Langenhagen. Egal, was passiert: Es wird kompliziert. Zur Zukunft der Eishalle beraten Langenhagens Politiker in diesen Tagen einmal mehr, welche Lösung tatsächlich die beste für die Stadt und die Halle sein könnte. Anlass ist die erste Kostenaufstellung der Verwaltung, die alle Szenarien berücksichtigt, aber keine Empfehlung ausspricht. Wer Bürgermeister Mirko Heuer allerdings direkt befragt, erhält eine eindeutige Auskunft: „Ich würde den Weiterbetrieb der Eishalle befürworten.“ Direkte Unterstützung bekommt er aus der Politik bislang nicht. Die zehn politischen Vertretungen im Rat entwickeln jetzt auf Basis der Zahlen und rechtlichen Um- und Zustände rund um das baulich marode und finanziell komplizierte Konstrukt an der Brüsseler Straße ihren eigenen Beschlussvorschlag. Wie es heißt, ist in den nächsten Tagen ein Antrag zu erwarten.

Variante A

Der Verkauf der Halle mit oder ohne Grundstück (Variante A) wäre für die Stadt die schnellste Lösung – allerdings behaftet mit rechtlich offenen Fragen: Aktuell darf die Eishalle nur als solche genutzt werden. Wer in dem Komplex etwas anderes machen oder nach einem Abriss dort eine andere Nutzung aufbauen möchte, braucht vorher eine Änderung des Bebauungsplans. Diese benötigt Zeit und wiederum politische Mehrheiten im Rat.

Zudem ist die Halle baulich in einem herausfordernden Zustand. Deshalb, so die Grundannahme der Stadt, könnte sie an einen neuen Eigentümer nur für einen symbolischen Preis fernab des Verkehrswertes verkauft werden. Sollte das Areal allerdings später doch anders verwertet werden, könnte die Stadt eine Nachzahlung erwarten und legt für die 9190 Quadratmeter einen Bodenrichtwert von 130 Euro bei Dienstleistungen und 82 Euro bei Produktionsstätten zugrunde. Der Verkehrswert ergebe sich aus dem Bodenrichtwert in Kombination mit dem Gebäudewert oder den Abrisskosten. Das klingt einfach und birgt doch Fragezeichen: Denn es ist bislang rechtlich nicht geklärt, ob die Stadt Gemeindevermögen unterhalb des Verkehrswertes überhaupt weggeben darf.

Variante B

Vor diesem Hintergrund wirkt Variante B wie eine Fingerübung: Die Stadt hat die Wasserwelt-Betreiberin, die Münchner Firma GMF, befragt, ob sie die Eishalle betreiben möchte. Die knappe Antwort lautet: nein. Ein „ausgewogenes Nutzen-/Aufwandverhältnis“ sei nicht darstellbar. Dies vor allem angesichts des Genehmigungsstandes der Eishalle und der angespannten Personallage auf dem Freizeitmarkt.

Variante C

Variante C beschreibt den Rückbau der Halle und die Verwertung des Grundstücks durch die Stadt nach Änderung des Bebauungsplans. Dazu hat die Stadt eine Kostenschätzung des TÜV Nord eingefordert. Sie wird trotz noch fehlender exakter Schadstoffwerte und ihrer etwaigen Entsorgungskosten bei knapp 570 000 Euro erwartet.

Variante D

Auf den ersten Blick wirkt Variante D – der Weiterbetrieb als Eishalle durch einen Pächter – wie die x-te Wiederholung eines schlechten Filmes, ist offenbar aber eine tatsächlich neue Ausgangsposition. Denn den inzwischen vier existierenden Bewerbern legt die Stadt mit dieser Drucksache neue Zahlen, vor allem aber eine verbesserte finanzielle Absicherung vor. Keinem der bisherigen Pächter bot die Stadt eine derart solide Kostenübernahme beispielsweise für die Bauunterhaltung oder die technische Instandhaltung an.

Als Sachkosten veranschlagt die Verwaltung insgesamt jeweils pro Jahr rund 160 000 Euro, als Personalkosten für den Einsatz von Architekten, Ingenieuren und Handwerkern auf Stadtseite bis zu 120 000 Euro sowie für Versicherungen und Grundabgaben insgesamt knapp 45 000 Euro. Als Betriebskostenzuschuss an den Pächter stehen weiterhin 120 000 Euro jährlich in Rede. Im Gegenzug erwartet die Stadt eine Pacht von 25 000 Euro pro Jahr.